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Stadtentwicklung – nicht planbar aber blogbar

Schlingermarkt – quo vadis?

in Chancen/Rundgang by

Der Schlingermarkt ist der Markt meiner Kindheit. 24 Jahre habe ich vis a vis, gleich bei der Remise, gewohnt. Wir waren dort immer einkaufen. Zuerst ging´s zum Konsum, dann weiter die frischen Sachen am Markt kaufen. Ab 6 bin ich mit Brille rumgelaufen, der  Optiker war gleich neben dem Konsum. Heute ist dort ein russisches Geschäft. Früher sorgten die Brillen für Klarheit, heute der Wodka.

Irgendwann hat dann der Niedergang vom Schlingermarkt begonnen. Gleich daneben ist zuerst ein Hofer eingezogen, dann der Spar. Vollsortimenter nennt man das heute. Weiter vorne ist das „ES“ entstanden, der Einkaufsspitz.

ES - Einkaufspitz
ES – Einkaufspitz

Der hat mittlerweile kapituliert, ist seit 2013 zu und wartet auf den Umbau zu einem Wohnbau. Hier hat der Schlingermarkt den längeren Atem gehabt.

Bei der WienWahl 2015 war der Jammer groß. Mein Grätzl wählte tiefblau. Ob der Schlingermarkt etwas damit zu tun hat? Vielleicht, er kann allerdings ein Schlüssel sein. Wenn es gelingt hier wieder einen lebendigen Ort zu schaffen, wird das gedankt.

Ich hab mir das im November einmal angeschaut und die Herausforderung, die Schwierigkeiten sind groß. Umso größer ist allerdings die Chance.

Bei meinem Rundgang sind mir ein paar Dinge aufgefallen:

  • Der Markt ist groß, sehr groß.
  • Ein paar Stände hatte offen, ein paar nicht. Es gibt keine einheitlichen Öffnungszeiten
  • Die eigentliche Front ist komplett verparkt, der Markt öffnet sich nicht nach Außen.
  • Der Markt ist innen zum Teil überdacht, dass ist gut. Allerdings ist er dadurch zum Teil sehr dunkel.
    Aus meiner Zeit als Ladenbauer, weiß ich noch:

LICHT, LICHT, LICHT.

Die Herausforderungen sind immens. In den letzten Jahren sind ein paar Märkte in Wien wieder revitalisiert worden. Der Schlingermarkt steht sogar explizit im Koalitionsabkommen drinnen.
Was macht den Floridsdorfer Markt so schwierig? Zum einen sind die Stände im Eigentum der Standler_innen. Im Moment schafft man nicht einmal gemeinsame Öffnungszeiten.
Dann ist er sehr groß. Die Kaufkraft in der Umgebung ist in den letzten Jahren wahrscheinlich nicht explotiert. Die frühere Kundschaft kauft heute im Supermarkt.

Andere Märkte sind wieder belebter, rundherum hat aber eine Gentrifizierung eingesetzt. So kritisch das zu sehen ist, für die Märkte war das wahrscheinlich ein Motor. Brunnenmarkt, Karmelitermarkt, Vorgartenmarkt, Meidlinger Markt, nur ein paar Beispiele.

Beim Floridsdorfer Markt sind wir von einer Gentrifizierung weit entfernt. Das ist gut so. Möglichkeiten und Idee zur Belebung gibt es aber genug. Als erstes fällt mir ein

MACHT DEN MARKT AUF!

Standln öffnen, Autos weg.
Standln öffnen, Autos weg.

Die Standln zur Straße hin öffnen, die Parkplätze davor entfernen. Den Bauernmarkt an die Straße verlegen, den Markt näher zur Brünnerstraße bringen.

Mehr Ideen im Laufe der Zeit. Aber gnädig sein, ich spinn gerne rum, in dem Wissen, dass Vieles nicht realistisch ist. Der Markt ist es aber wert größer zu denken!

 

 

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